Tabea Langenkamp sammelt Geld für ein Waisenhaus in Sansibar. Am Freitag eröffnet ihre Ausstellung mit vielen guten Namen, alles soll verkauft werden. Da drücken wir die Daumen. Bemerkens- und nachahmenswert finde ich, daß Waisenhaus und Künstler sich den Verkaufspreis teilen (halbe/ halbe). Absolut fair.
Kuratiert wird das ganze von der Mini Bar , die eine Reihe von sehr guten Leuten unter einen Hut bekommen haben.
Die Eröffnung ist um 19h in der Düsseldorfer Strasse 25a, (Verlängerung der Kniebrücke auf Oberkasseler Seite, etwa 200m hinter der Jugendherberge.) Das ganze läuft offiziell nur über das Wochenende, in der Woche danach bei Interesse einfach anrufen: (DDF) 572 644
Mittwoch, 14. November 2007
Kunst(kauf) für Sansibar (ab Freitag!)
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Sonntag, 11. November 2007
Trendwände
Es gibt eine Menge richtig guter Künstler in Düsseldorf, von denen man wenig hört und sieht. Die Ausstellungsreihe Trendwände ist eine gute Chance, wenigstens einige davon zu sehen und für sich zu entdecken.
Über Michalis Nicolaides und Nada Sebestyen habe ich schon geschrieben, den Fotografen Taki Kiometzis mächte ich erwähnen, den Bildhauer Christian Schreckenberger und vor allem - Ausstellung läuft noch!! - Hyun-Mee Ahn, Malerin/ Bildhauerin (oder?), die eine Reihe von Arbeiten zeigt, die wirklch haarscharf den Übergang zwischen Objekt und dessen Auflösung in Malerei fixieren.
(Trendwände, Kunstraum, Himmelgeister Straße/ Salzmannbau, aktuelle Ausstellung noch bis einschließlich Sonntag, 18.11., geöffnet Do Fr 17 - 22h, Sa So 14 - 18h)
(Abb.: Hyun-Mee Ahn, flying visit, 2007, ca. 320 x 160cm, Höhe ca. 400cm, Holzleisten, Farben, Schrauben; unten: Dispergens 32, 28.7 x 33cm, Mischtechnik auf MDF)
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Dienstag, 6. November 2007
Secondary Structures
Zwei Blicke in die Ausstellung: "Tisch für Secondary Structures" (stahl, Holz, 98x450x90cm), entworfen vom Architekten Karsten Weber, und (unten) ein Detail der 5teiligen Installation "Auto-Protection" von Didier Rittener (Polyester, je 210x230x230cm)
(Fotos: © Peter Uertz)
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Montag, 5. November 2007
Kunstpreis für Marlene Dumas
Dazu gabs schon mal ein posting, hier nur ein zwei aktuelle Infos und Gedanken: Aus fachlich kompetenten Kreisen war zu erfahren, daß es die Absicht gibt, eine Ausstellung mit Arbeiten der Preisträgerin zu organisieren. Wann das sein wird, war nicht abschließend zu erfahren (2008, vielleicht sogar später).
Im Frühjahr eine Entscheidung über den Preisträger zu treffen, läßt auch beim besten Willen zu wenig Zeit für eine Ausstellungsvorbereitung (ein halbes Jahr für eine Ausstellung mit einer Künstlerin, die nicht gerade auf Anfragen warten muß? Nicht im Traum.) Was viel aussagt über die Prioritäten derjenigen, die sich einen solchen Preis ausdenken: Marketing geht vor durchdachten Konzepten.
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fast verpasst
"Talking Pictures. Theatralität in zeitgenössischen Film- und Videoarbeiten", endete heute. Lohnend schon wegen der eindrücklichen Arbeit von Catherine Sullivan (Five Economies / Big Hunt, 2002). Links mit mehr Infos zu ihren Arbeiten gibts hier und hier.
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Montag, 29. Oktober 2007
Secondary * Thoughts on Secondary Structures

Aha denkt der Kunstgebildete. Fruhtrunk, Günter. Streifen, Augenflimmern, Überforderung des Sehnervs, Bridget Riley auch, Josef Albers maybe.
Das wurde ein langer Abend. Viel Herumgehen und über einzelne Arbeiten mit Leuten sprechen brachte keine echten Aufschluß darüber, warum die ganze Ausstellung denn nun gelungen ist. Und gelungen ist sie, wenn man das Wort mal benutzen darf, das allerdings für die Rechtschreibübung des Drittklässlers genau so gebraucht wird, wie für ein Mega-Hochhaus: Gelungen.
An den einzelnen Arbeiten liegts nicht unbedingt, einiges ist doch etwas akademisch, so auch die Arbeit, die hier abgebildet ist (Markus Ebner, Trennendes Weiß, 2007, vier Leinwände, Acryl/ Vinyl a Lwd., 80x77 bis 227x193cm). Sie ist interessant genug, um sich eine Weile daran abzuarbeiten. Trotz der identischen Komposition ist die Wirkung natürlich nicht gleich, auch die Art und Weise wie sich hier jemand eine ganze Wand in diesem verkorksten Ambiente greift, verdient Respekt (die wem gilt? dem Maler oder den Kuratoren, die die Hängung besorgten?)
Die Hängung orientiert sich stärker an den Raummaßen, als an der "klassischen" Rücksicht auf Augenhöhe, oder Besuchergröße - sprich: das ganze ist weniger eine museale Präsentation, als eine Raum-Montage. Das wirkt sich auf den Besucher aus, andachtsvoll nah vor einer Arbeit stehenbleiben und im Sehen verstehen geht nicht. Wer das versucht, bekommt Nackenstarre und sieht trotzdem nur einen Ausschnitt. Die Organisation der Bilder im Raum stellt von vornherein klar, daß Kontemplation nicht gefragt ist. Es gibt auch nichts, was diese Zutraulichkeit des Besuchers notwendig macht, die perfekten Oberflächen brauchen keine Intimität.
Speziell Markus Ebners Arbeiten lassen allerdings bald etwas nach. Im Rahmen der Ausstellung sind sie ein druckvolles Signal, ansonsten bleibt der Eindruck, daß hier nicht ganz neue Einsichten und Möglichkeiten vielleicht eine Spur zu dröge durchdekliniert werden**.
Das gilt mit leichten Abwandlungen für vieles in dieser Ausstellung, ist aber (für mich) gar nicht so negativ, wie es sich liest. Nicht nur was man macht, ist entscheidend, sondern auch, wann. Die Hängung der Arbeiten, die nichts übersensibles hat, sondern eher an die genaue und nüchterne Arbeit von Vermessungstechnikern denken läßt, ist klasse. Das Timing stimmt, nicht nur, weil nebenan Palermo zu sehen ist (und in der Galerie Thomas Flor mit "Paintings from New York 1967 - 75" Positionen gezeigt werden, die diese beiden Ausstellungen ergänzen).
Die Möglichkeit, gleich an drei Orten zu testen, ob was zwischen Malerei und Raum passiert, erinnert mich allerdings an Fragen, die schon von den "primary structures" *** provoziert wurden: Welcher Raum öffnet sich hier? Ein Bühnenraum? Theater, Film, Architektur? Die Ausstellung ist ein großes Experiment und ein Versprechen: interessanter als die einzelnen Arbeiten ist die gespannte Erwartung dessen, was jetzt, danach, als nächstes passiert.
* www.dict.org - Datenbank der Synonyme, seit zehn Jahren unverändert und genau so lange eine meiner Lieblingsseiten
**(Anderer Ansicht ist da der Pressetext zu einer Galerieausstellung, der mich aber nicht umstimmen kann. Zu viele Worte, die ich schon kenne.)
*** Donald Judd war auf den Ausstellungstitel "Primary Structures" (1966, Jewish Museum, New York) nicht gut zu sprechen. Ein Artikel eines kompetenten Zeitgenossen, der das erläutert (und außerdem fast alles, was man über "Minimal Art" - noch so eine Schublade - wissen muß) , findet sich hier.
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Mittwoch, 24. Oktober 2007
Ateliertermin: Rainer Eisch

Gnarls Barkley's Hitscheibe St. Elsewhere beginnt und endet mit dem charakteristischen Rattern eines analogen Filmprojektors. Vor dem ersten Track hört man ihn anlaufen, nach dem letzten hört man wie das lose Filmende noch ein paar Mal gegen das Projektorgehäuse schlägt, bevor die Spule stehen bleibt.
Der eher beiläufige Hinweis, daß die Scheibe eine Story mit Drehbuch und Hauptdarstellern ist, funktioniert. Das Geräusch legt selbst in Zeiten des Wohnzimmer-Beamers noch eine Menge Schalter im Kopf um.
Rainer Eisch hatte in seinem Atelier zwei neuere Film-Installation aufgebaut. Ein altmodischer, aber blitzsauberer 16mm-Projektor steht in der Mitte, das Bild (Breitwand-Cinemascope-Format, aber in klein) wird auf eine Leinwand projiziert, die genau die Größe des Bildes hat. Der einzige Ton ist das Rattern des Projektors. Der Film (in der Arbeit "enya" ein loop von etwa 9 Minuten Länge) selbst ist stumm, der Hintergrund schwarz, davor bewegt sich etwas, das alle Gelb-Schattierungen unterhalb der grellen Schwefeltöne zeigt. Kugelförmige flimmernde Wolken scheinen an den seitlichen Bildrändern in einiger Entfernung aufzutauchen. Beim Näherkommen erkennt man, daß sie aus geometrischen Formen bestehen, meist Rechtecke, die wie Papierfetzen in einem Luftwirbel durch den Raum schlingern.
Die Kamera fliegt durch diese Wolke hindurch, im Hintergrund sieht man schon die nächste Wolke auf sich / die Kamera zukommen.
Oder? Das ganze Filmszenario ist ein digitales Produkt, die scharf umrissenen Formen und der gleichmäßige Hintergrund leugnen das gar nicht, stoßen einen aber auch nicht mit der Nase drauf. Der Kopf weiß, es ist alles digital, aber der Körper versucht sich einig zu werden, ob er sich (als Auge der Kamera) durch etwas hindurch bewegt, oder ob sich etwas auf ihn zu bewegt.
Die Bewegung ist eine Computeranimation, eine Kamera gibt es also nicht. Die Suggestion von Kamerastandort und Bewegung ist trotzdem überraschend stark, auch deshalb, weil sich der Film auf diese Suggestion konzentriert und das Tempo so wählt, daß immer noch genügend Einzelheiten der "Wolke" im Vorbeifliegen sichtbar sind.
Über oder unter allem liegt das Rattern des Filmprojektors, dessen analoge Technik seit der Erfindung des Kinos alle Geschichten begleitet, die mit ihrer Hilfe auf der Leinwand erscheinen. Die Technik selbst ist Teil der Erzählung geworden. In Rainer Eisch's Installation spielt sie die Rolle der Verführung: "Alles was du siehst, habe ich für dich aufgezeichnet, ich habe es selbst gesehen, glaube mir." Geräusch, Technik, Film, der tatsächliche und der digitale Raum und zwischen allem der Betrachter: eine Art psyschische Maschine. Der Loop im Kopf sucht einen Fixpunkt und gerät in das endlos aufgeschobene Versprechen, daß der Bildraum Wirklichkeit wird.
Eine wunderbare Arbeit. Rainer Eisch hat zuletzt in Montreal seine bisher umfangreichste Installation ausgestellt, im Rheinland muß man Glück haben, wenn man was sehen will.
(Abb.: bearbeitetes Film-still aus "enya" © Rainer Eisch, auf http://www.rainereisch.com/ sind einige Filmbeispiele im quicktime-Format zu sehen.)
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Joachim Mannebach
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