In der Rotunde des Malkastens gibts immer wieder gute Einzelarbeiten zu sehen, die sich mit diesem architektonisch ziemlich selbstbewußt und kühl geplanten, zweistöckigen Foyer auseinandersetzen. Keine leichte Aufgabe, denn der Raum ist so ausbalanciert, daß er nicht gerade danach schreit, durch irgend etwas ergänzt zu werden.
Joung-en Huh (die auch schon den"Laden" auf der Hildebrandtstraße betrieben hat) und Birgit Jensen kuratieren seit einiger Zeit diesen Raum unter dem Projektnamen Laden Gedan. Da es außerdem noch eine weitere kuratorische Aufgabe gibt, nämlich die "Vitrine" in der Rotunde, gibts schon mal Kollisionen (Nebenbei: Es gibt auch noch das Parkhaus im Garten des Malkastens, seit Jahren hervorragend kuratiert von Karl-Heinz Rummeny, außerdem die "Wohngemeinschaft", dann noch kleine Ausstellungen in der Bar des Malkastens, im Restaurant, und im Park. Also mich überfordert das etwas.)
Zuletzt war eine ziemlich packende, grimmige Installation von Heike Pallanca in der Vitrine zu sehen, die durch die gleichzeitig ausgestellten Arbeiten daneben und vor der Tür (Christane Rasch, Mirko Tschauner) nicht angekratzt wurde.
(Foto: malkasten.org)
Zur Zeit stellt in der Rotunde (nicht in der Vitrine? Oder doch?) Seb Koberstädt Arbeiten vor. Wer mehr sehen möchte, oder sowieso nach Münster (wg SkulpturProjekte) fährt, kann sich ein Projekt des Münsteraner Künstler- und Kuratorennachwuchs ansehen. Am Freitag (heute, 27.7.) wird eine Gemeinschaftsausstellung mit S.K. und Martin Pfeifle eröffnet. Der Ort ist einer der wenigen Original-Nachkriegsbauten mitten in der schnuckeligen Münsteraner Innenstadt. Ich habe ihn vor der Renovierung gesehen, nicht leicht zu bespielen, einige Träger, die dicht vor den Wänden stehen und vor allem ein atemberaubendes, stilecht nierenförmiges und riesiges Oberlicht. Ich bin mal gespannt, wie sich die Leute der KuratorenKünstlergruppe initial dagegen durchsetzen.
(bei einem Klick auf das Bild gibts die Einladung in Riesengröße)
Freitag, 27. Juli 2007
Malkasten und Münster
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Aktuell,
Architektur,
Düsseldorf,
Kunst,
Münster,
off-space
0
Kommentare
schon ein paar Tage her: Nachtfoyer in der Kunsthalle
Einmal im Monat (dienstagsabends) wird im Foyer der Kunsthalle eine Publikation von/mit/über einen hiesigen Künstler vorgestellt, samt Eigenrezepturen am Imbiss (lecker!) und am Plattenteller (cool: Christoph Bucher, im normalen Leben gelernter Maler). Der letzte Termin fand am 10. Juli statt, Birgit Jensen stellte ihren Katalog vor, der nach ihrer Einzelausstellung im Mülheimer Museum entstanden ist. Hier zwei Schnappschüsse der großen Installation (eine Art riesiges Billboard, das den gesamten Raum in ein Vorne und ein Hinten teilt, die Vorderseite leitet sich ab von einem jetzt nicht mehr erkennbaren Motiv, einem Foto einer Stadt, bzw. - herangezoomt - einem Detail eines Gebäudes) , die Fotos im Katalog sind natürlich besser.
Solche Termine werden eher versteckt angekündigt, ich habs nur im newsletter der Kunsthalle gefunden, auch den muß man aber erstmal auf der Seite der KH finden... Am besten einfach abonnieren.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Düsseldorf,
Kunst,
Ruhrgebiet
0
Kommentare
Clara Schumann
Der Herr Eewin kann alles, sogar schauspielern. Jo mei. Aber mit dem Oberlippenbart hätte ich mich nicht filmen lassen.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Düsseldorf
0
Kommentare
Montag, 9. Juli 2007
Kunst sehen (können)
Wenn das Bild überm Sofa mal wieder ganz anders aussieht, als beim Galeristen, oder - Achtung Tip für die mit mehr Taschengeld - wenn das Bild zu Hause viel besser war, als später, wenns als Leihgabe im Museum hängt: Dann bitte nicht dem Artisten die Schuld geben ("Deine Farben schimmeln.") Es kann auch am Architekten liegen, der keine Lust hat, sich seine schönen Räume durch was anderes als Leuchtstoffröhren inszenieren zu lassen. Gut für die Architektur, schlecht fürs Museum und fürs Auge, sagt Andreas Blühm vom Wallraf-Richartz-Museum in Köln.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Architektur,
Kunst
0
Kommentare
Mittwoch, 4. Juli 2007
hier gibts ja gar keine bilder!
ja, stimmt. oder jedenfalls nur ein paar. also gut, hier mal zwei, eine aktion/ performance von Pablo Wendel, ging damals durch die Presse. Wers verpaßt hat, hier gibts noch einen link (zum Spiegel) und hier noch einen (Focus).
P. war vor einigen Wochen in Ddf, eingeladen vom Wohngemeinschaftsteam im Künstlerverein Malkasten. Nach einer gelungen absurden Mini-Performance (der Laptop spinnt und produziert skurrile Fehler samt ebenso bizarrer Fehlermeldungen) gabs einen Film, der die Aktion in der Tonkrieger-Armee ausführlich vorstellte. Kurz gefaßt: PW arbeitete wöhrend eines dreimonatigen Arbeitsaufenthalts in China an der Idee, sich als lebendige Skulptur oder erstarrter Performer der chinesischen Tonarmee anzuverwandeln. Sowohl das stille Stehen in der Masse wie die unvorhersehbare Reaktion der chinesischen Lebend-Armee (die die Tonarmee bewacht) gehören zur Arbeit. Das ganze war ziemlich ausgefeilt durchgeplant (das Militär mag es nicht, wenn es fotografiert oder gar gefilmt wird).
PW hielt die Pose des Soldaten bis zuletzt durch, Respekt. Er wurde schließlich von acht Mann horizontal wie ein Brett abtransportiert. Das erklärt wahrscheinlich auch, daß er mit einer "ernsten Ermahnung" davon kam, da man ihm abnahm, daß er ein großer Verehrer der Tonarmee sei.
Der Spiegel analysiert mit einem milden Nachgeschmack linker Kulturkritik:
Eine Mahnung liegt in dieser Aktion womöglich für uns alle: Den jungen Menschen, kunstsinnig und gebildet, verlangt es nach Eingliederung ins straff organisierte Kollektiv; das Serielle und Militärische - also Anti-Individuelle - hat in Zeiten einer (nicht mehr ganz so) neuen Unübersichtlichkeit wieder Konjunktur. Studenten die still halten - wer hätte das gedacht.
Ja, nettes Bonmot, wenn man solche Klischees mag ("neue Unübersichtlichkeit", das ist Habermas 1985, ist seitdem nix mehr passiert?). Interessanter finde ich die Frage, ob zu einer Arbeit Interaktionen gehören können, über die man keine künstlerische (und noch nicht mal eine praktische) Kontrolle hat. Immerhin ist dieser Kontrollverlust um einiges riskanter als bei anderen Performern, die fast immer mit einem wohlwollenden Publikum rechnen dürfen, oder sich zumindest in einem vertrauten und in der Regel berechenbaren kulturellen Umfeld bewegen.
Um Stillhalten gehts hier wohl nicht, lieber Spiegel, eher um das Gegenteil: Die rapide Vereinzelung beim Verfolgen einer (eher ephemeren) Obsession. Oder?
(Bevor einer meckert: Die Abbildungen sind links auf Pablos Galerie, dort gibts noch mehr Bilder, auch von anderen Arbeiten, lohnend!)
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Aktuell,
Kunst
0
Kommentare
kö-bogen update
Das Thema verselbständigt sich gerade etwas, hier also neueste Nachrichten:
Am 12. Juni wurde ein "Forum Kö-Bogen" gegründet, immerhin getragen von Enrichtungen wie dem BDA (Bund Deutscher Architekten), der Architektenkammer NRW, dem BDB (Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure), dem VCD, einer Agenda 21, den Grünen und der SPD.
Auf der Seite gibts eine Petition, fertig zum Unterzeichnen * und einen offenen Brief.
Außerdem gibts dort eine gute, kurze Linkliste zur Planung von den Anfängen bis jetzt.
Und hier eine 3D-Animation, die ganz gut zeigt, wie massiv das ganze werden kann.
* Unterschriftenlisten sind ja schon so was wie die Schwundform des Wahlzettels, aber Internet-Formulare...? Vielleicht bin ich zu skeptisch.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Architektur,
Düsseldorf,
Stadtraum
0
Kommentare
Montag, 2. Juli 2007
kö-bogen nochmal
Im Netz gibt es noch immer eine Seite, die den Entwurf von Ch. Ingenhoven zum Kö-Bogen zeigt. Wenn ich mich richtig erinnere, hat er (Christoph Ingenhoven) bei den ersten Planungen eine ziemlich einflussreiche Rolle gespielt, heute finde ich keinen einzigen Hinweis mehr.
Offensichtlich ist jemand darüber gestolpert, daß es keine Ausschreibung gab. Andererseits: Ingenhoven hatte sich offensichtlich mit der Sparkasse als Investor zusammengetan (siehe Impressum der website), heute fährt die Trinkaus-Bank einen ziemlich deutlichen Kurs: Wir wollen das Ding haben und deshalb wollen wir auch bestimmen, wie groß es wird. Wie es dazu kam, daß der Investor im Galopp gewechselt wurde, bleibt unklar. Warum man überhaupt einem Investor den Einfluß auf Entscheidungen einräumt, die nicht nur dieses eine Grundstück, sondern den gesamten umliegenden Stadtraum umkrempeln, habe ich noch nicht verstanden. Dazu hier ein Artikel. Zitat:
Die zwei Gebäude auf dem Jan-Wellem-Platz wolle man – bis auf einige hundert Quadratmeter für Einzelhandel – komplett selbst nutzen. Eine geringere Gesamtfläche sei nicht möglich, „dann würde sich das Vorhaben nicht realisieren lassen“, sagte Schmitz [Vorstandssprecher Trinkaus & Burkhardt] , der darauf hinwies, dass die Bank „einer der größten Gewerbesteuerzahler ist“.
Ein solcher Gewerbesteuerzahler wird sich natürlich auch nicht unbedingt von Volkes Stimme sagen lassen, was er denn bauen soll. Das zu Sinn und Unsinn der "Abstimmung" über die vier vorliegenden Entwürfe. Den Herrn Erwin wundert natürlich nicht, daß das Volk keine Glasfassaden mag.
Eine lebhafte Diskussion (die fast zwei Jahre zurückreicht!) gibts im Deutschen Architektur-Forum.
Gut zusammengefaßt scheint das ganze hier.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Architektur,
Düsseldorf,
Stadtraum
0
Kommentare