Am 7. August hat eine Jury entschieden, den diesjährigen Kunstpreis der Stadt Düsseldorf (mit 55.000 Euro nicht so schlecht dotiert) an Marlene Dumas zu geben. Die Preisverleihung wird im Herbst stattfinden. Eine Ausstellung, die dem Publikum die Gründe für die Auszeichnung nahebringen könnte, ist meines Wissens nicht geplant. Ich habe vor etwa zwei Wochen das Büro des Kulturdezernenten angerufen, um zu erfahren, ob etwas in dieser Richtung stattfinden wird, bisher habe ich keine Antwort. Kann ja noch kommen.Morgen versuche ichs wieder.
Montag, 3. September 2007
Freitag, 17. August 2007
kö-bogen nachtrag
Es wird also doch ein Bürgerbegehren geben, um das Ding zu stoppen und Zeit für ein seriöse Planung zu haben. Wie hier zu lesen, geht das ganze den Umweg über den Stop des Grundstücksverkaufs.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
0
Kommentare
Donnerstag, 16. August 2007
ateliers in reisholz
Bei einem ausführlichen Besuch bei Ursula Damm bekam ich nebenbei einen Eindruck des neuen Atelierhauses in Reisholz, wie im verlinkten Artikel beschrieben, ist das ganze sehr proper hergerichtet, neue Türen, Waschbecken, Telefon, wirklich gut. Zu den Preisen kann ich nichts sagen, soll aber erschwinglich sein. Daß Reisholz nicht der Nabel der Welt, da kann Reisholz nix für (wer nicht weiß wo's ist: Noch hinter dem schwedischen McMöbel-Haus, knapp beim Baumarkt, in Sichtweite von Henkel. )
Wie im Artikel auch bemerkt wurde: Noch mehr Ateliers wären noch besser. Wenn also jemand noch eine Hinterhofwerkstatt hat, die der Großvater nicht mehr braucht, her damit. Vielleicht liest ja auch der eine oder andere Firmeninhaber mit, der im Verwaltungsgebäude oder im Lager für längere Zeit was leerstehen hat. Na gut, so einen Aufruf haben andere auch schon versucht, aber schadt ja nichts.
Die Ateliers sind natürlich während der "Kunstpunkte" am kommenden und darauf folgenden Wochenende zum Teil geöffnet.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Stadtraum
0
Kommentare
noch eine einladung

Filme gibts im WP8 - Programm siehe oben. Der 18. ist der kommende Samstag, also schon übermorgen. Ich würde gern hin, aber wenn ich mir meinen Kalender ansehe, wird das wieder nix. Schade, das Programm sieht gut aus.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Aktuell,
Düsseldorf,
Kunst,
off-space
0
Kommentare
Mittwoch, 15. August 2007
düsseldorf - paris (die achse der guten)

Zwei ortsansässige Maler, Sven-Ole Frahm (zuletzt gut präsentiert in der Ausstellung compilation III, mehr Bilder hier und hier) und Christoph Wedding (z.B. die wunderbare Arbeit Jaime Campiz Playground bei Konsortium) laden ein zur Doppelausstellung in Paris. Viel Erfolg!
(Beide sind auch als Vermittler/ Kuratoren aktiv, Christoph Wedding zuletzt als Kurator der Ausstellung Hotel Kristall, Sven-Ole Frahm im Uberbau, beide bewegen sich im Konsortium-Umfeld.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Aktuell,
Galerie
0
Kommentare
Mittwoch, 8. August 2007
kö-bogen: schön daß wir darüber geredet haben
Heute (d.h.: am 14.8.) gabs im Haus der Architekten (Sitz der Architektenkammer) eine Diskussionsveranstaltung des Forums Kö-Bogen. Fachleute aus Architektur und Stadtplanung hatten eingeladen, etwa 150 Menschen kamen, eine geballte Mischung aus Politikern, Architekten, Stadtplanern und alteingesessenen Düsseldorfern. Im Laufe der Diskussion wurde endlich deutlich, was man aus dem offenen Brief des Forums erahnen konnte: Diskutieren will man, den Oberbürgermeister umstimmen. Man hat gute Vorschläge und berechtigte Kritik. Ausdrücklich wird eine andere Planungskultur eingefordert, was z.B. heißt, die Öffentlichkeit stärker in die Entscheidungsprozesse zu Architektur und Stadtplanung einzubinden. Man kann das auch Transparenz nennen. Zum Schluß wurde ein vorbereitetes Statement verlesen, in dem diese Forderungen noch einmal gesammelt auftauchten. Dazu hätte man allerdings nicht zwei Stunden diskutieren müssen.
Was nicht beantwortet wurde, ist die Frage, wie man die Forderungen nach mehr Transparenz und einer neu zu führenden Diskussion über das Areal durchsetzen will. Der Hinweis, daß man eine politische Mehrheit im Rat, (die sich nicht gegen Erwins Linie wehren wird), nur mit politischen Mitteln aufhalten kann, wurde etwas verschämt abgewehrt. Bürgerbegehren z. B., also Maßnahmen, die rechtlich wirksame Hindernisse darstellen, sind nicht die Sache des Forums. Man habe sich nun einmal für einen anderen Weg (nämlich den des fachlichen Gesprächs) entschieden.
Gut, Architekten wollen Geld verdienen, und da hilft es sicher, wenn man sich nicht mit der Stadtspitze anlegt. Ein bißchen windelweich kommt mir das ganze aber trotzdem vor, zumal es unter Umständen das Gegenteil von dem erreicht, was es will (oder glaubt zu wollen): Wer ein Thema für sich beansprucht, hindert andere daran, die selben Ziele vielleicht wirkungsvoller zu verfolgen.
Aber gut daß wir mal so richtig darüber geredet haben.
Warum ich auf dem Thema herumreite? Wo (Stadt-)Planung sich auf Fassaden, Verkehrsführung und Umsatz orientiert, bleibt Gestaltung/ Kultur außen vor. (Meinetwegen z. B. der Umgang mit der Vergangenheit, überhaupt die Aufmerksamkeit für Elemente, Formen, Blickrichtungen, die einen kulturellen, symbolischen Raum in den gebauten Raum einblenden.) Ich glaube auch nicht, daß eine vollständige und gelungene städtische Umgebung in Marketingbegriffen formuliert werden kann. Es sei denn, man begreift Leistungen wie die Arbeit der meisten Ämter, Kulturinitiativen, Sportvereine, Sozialeinrichtungen etc. als Belastung des Haushalts, lästige Förderung unbeliebter Minderheiten, auf jeden Fall aber als Dinge, die nicht marktfähig sind.
Ich denke, unsere Stadtspitze denkt schon lange in solchen Kategorien. Der Streit um die Tonhallen-Terrasse ist übrigens ein schönes Beispiel.
Aus der Kulturszene war nix zu hören, das heißt, halt, doch - folgendes wurde kolportiert: Ein zweites Opernhaus könnte nicht schaden, so ließ die Oper verlauten, ein Literaturhaus wäre dringend, nötig hieß es von anderer Seite, Galerien und Auktionshäuser könnten einen Platz finden. Auch über alte Ideen, (wie die Ansiedlung der Sammlung Grothe, da habe ich Herrn Aengevelt jetzt einseitig zitiert, aber er hat es so, wie sagt man, insinuiert) müsse gedacht werden dürfen können und sollen.
Schade, daß die ("die"?) Kunstszene in der Diskussion nicht vertreten ist. Es scheint niemanden zu geben, der stellvertretend Ansprüche anmeldet. Einfach mal so, um zu sagen, hallo uns gibts auch noch. Das wäre mal eine Chance, z.B. den Kunstraum in seiner Stadtranderholungslage zu thematisieren. Einfach so, weil gerade alle zuhören.
Nachtrag am 16.8.: In der RP gibts einen Bericht über die Veranstaltung.
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Architektur,
Düsseldorf,
Politik,
Stadtraum
0
Kommentare
Sonntag, 29. Juli 2007
pinselhiebe auf betrogener fläche?
Dominik Halmer, Jesus, 2007,
Inkjetprint a. Aluminium, ca. 30 x 45cm,Quelle s.u.)
Die dritte Ausstellung im Tunnel-Restraum an der Kniebrücke trägt den etwas gewollt programmatischen Titel "Der Pinselhieb der Natur oder Die betrogene Fläche", man kann sich also einen von beiden aussuchen. (Warum muß es diese prätentiöse Formel Titel/ Untertitel sein?) Einige gute Sachen gibts zu sehen, aber das ist ja noch keine Ausstellung (schon gar keine mit einem so pompösen Titel). Immerhin hatte ich nach einiger Zeit den Eindruck, daß die versammelte Malerei-über-Malerei einigermaßen zusammenpaßt, auch wenn die Wiedergänger-Motive von der Landschaft bis zur geometrischen Abstraktion reichen. Immerhin, Arbeiten so zusammenzutragen, daß man im deja vu der Motive mehr sieht, als die Melancholie der Zu-Spät-Geborenen, ist ja schon was.
Also Karten auf den Tisch: Shila Khatami find ich klasse, schon für ihre Arbeiten hat sich das Ansehen gelohnt. Dominik Halmers Arbeiten sind schwer zu knacken, ich bin mir nicht sicher, ob ich weiß, wo er hin will. (Gut, das kleine Format "Jesus" ist ziemlich deutlich, die Zeichnungen schräg gegenüber sind graphisch extrem reizvoll, ohne aber allzu leicht zugänglich zu sein.) Für mich Arbeiten, die ich mir noch zwei- dreimal ansehen werde, da geht noch was.... Tobias Hantmanns Teppicharbeiten (und einige der bemalten Blätter) waren erst vor kurzem ausführlich in der Galerie Konrad Fischer zu sehen und kamen dort besser zur Geltung. (hier der link zur Ausstellung, eine erstklassige Galerieausstellungen, die beste, die ich seit Jahren gesehen habe. Leider gibts auf der Seite keine Fotos.) Coline Krausbauer macht das beste aus lasierenden Farben und betont flüchtigem Strich, Anne Neukamps Malerei ist zunächst mal technisch souverän und ziemlich "lecker", das Konzept ist manchmal etwas kippelig, mal zu nette Landschaft, mal etwas akademisches Formenspiel, oft aber auch scharf surreal. Schließlich Elke Nebel, deren gemalter Film "Die Fährte" als Malerei-Konzept interessant ist, thematisch ist mir die obsessive Bearbeitung der Jugendträume von Weltall und Raumfahrt nicht sehr nahe. Zu Vanessa Conte kann ich nichts sagen, kann ich nichts mit anfangen.
Weiteren Aufschluß sollte der Text zur Ausstellung geben, da wurde es dann aber arg.
Die Ausstellung präsentiert sieben junge Künstlerinnen und Künstler [...] deren Werke um die Themen Natur, Landschaft und Kosmos kreisen. Mit Malerei auf unterschiedlichen Bildträgern, gemaltem Film und Skulptur hinterfragen und erweitern sie die Funktionen und Eigenschaften der Malerei sowie die traditionsreiche Auseinandersetzung mit Landschaftsmotiven in der Kunst. Zwischen Abbild und Fiktion, Naturdarstellung und Abstraktion entfalten die künstlerischen Arbeiten eine neue, eigenwillige Bildhaftigkeit, die über die gängige Vorstellung von Landschaft und Natur hinausweist.
Das paßt dann in seiner Addition von Feuilleton-Klischees wieder ganz gut zum unentschiedenen Titel.

(Khatami, Maritim, 2006, Öl, Acryl, Lack a. Lwd.
Quelle: www.kunst-im-tunnel.de, weder dort noch
auf dem Infoblatt zur Ausstellung finden sich Maßangaben,
ca. 40 x 60cm)
Text und Ausstellung gehen locker aneinander vorbei, ohne sich aneinander zu stören. Es sei denn, mir entgeht, wie die Revision abstrakter Positionen (grob gesagt von Malewitsch bis zum lässig persiflierten Materialfetischismus eines Imi Knoebel) bei Shila Khatami oder die Stummfilm-Reprise von Elke Nebel oder der im LSD_Rausch explodierte Jesus von Dominik Halmer - wie das jetzt alles unter so harmlose Themen wie Natur Landschaft Kosmos fallen soll.
Ein neuer Versuch, an anderer Stelle gibt es einen anderen Pressetext:
...wobei sieben Malerinnen und Maler dem Klischee der Landschafts- und Naturmalerei die Eigenwelt der Malerei entgegen setzen. Dies geschieht, indem die jungen Absolventen der Kunstakademie und ihre Gäste durchleuchten, was Malerei ist und welche Rolle dabei Kosmos und Natur zukommen.
Die Klischees, gegen die hier angeblich die Malerei vorgeht, wo sind sie? Ich glaube nicht, daß sich junge Künstler gegen Positionen des 19. Jahrhunderts wehren müssen. Die Behauptung, Künstler setzten dem Klischee von Landschaft und Natur eine "Eigenwelt" entgegen, scheint mir das selbst schon ein Klischee zu sein. Das Thema der Ausstellung ist belanglos, wenn der ztierte Satz ernst gemeint ist.
Mir scheint, die Spur der Darstellung von Natur/ Landschaft, die hier in einigen Bildern verfolgt und variiert wird, setzt eher bei Positionen an, die selbst schon "Natur" nur noch - je nach Temperament - satirisch oder als Echo medialer Zurichtung thematisiert haben: Polke etwa, Gerhard Richter vielleicht, oder aber Ross Bleckner, oder Jochen Gerz, oder Vito Acconci. Ian Wallace fällt mir noch ein, er hat dieses für jeden Maler so offensichtliche wie unlösbare Nebeneinander von rein malerischer Fläche und erzählender Darstellung schon in den 80ern aufgegriffen (und er war nicht der einzige).
Genauere Zuordnungen auf Anfrage.
Hier findet sich eine Erläuterung zum Titel:
Der Titel „Der Pinselhieb der Natur” ist ein Zitat aus einer Kunstkritik von Joseph Addison im „Spectator“, London 1712: „There is something more bold and masterly in the rough, careless strokes of nature than in the nicest touches and embellishment of art.“ „Die betrogene Fläche“ stammt aus einem Radio-Interview mit Georg Baselitz. Mit der Erfindung der Perspektive in der Renaissance wurde das Gemälde als Fenster in die Welt verstanden. Seit dem Modernismus spielt sich die Kunst auf der Leinwand ab, auf der Fläche lassen Materialien die Kunst geschehen. Dieses Versprechen, die Hauptrolle zu spielen wird der Leinwand jetzt wieder abgenommen. Kunst nach dem Modernismus wagt die Bildhaftigkeit, die Fläche wird betrogen.
Auch diese Zitate belegen eigentlich nur, daß hier ein Scheingefecht inszeniert wird. Ja und, was denn jetzt? fragt sich, wer bis hierhin gelesen hat. Keine Sorge, dazu kommt noch was.
Schöner Cliffhanger eigentlich, oder?

Anne Neukamp, Ansicht, 2006,
Lackstift auf Postkarte, 10 x 15cm
Quelle: www.kunstknall.de
Eingestellt von
Joachim Mannebach
Labels:
Aktuell,
Düsseldorf,
Kunst
0
Kommentare